Dr. Wolfgang Wiedmann

Rechtsanwalt


Unabhängige Beratung

Hat Ihnen ihre Bank Zertifikate verkauft, mit dem Hinweis auf Sicherheit. Discountzertifikate, Bonuszertifikate, Garantiezertifikate und so weiter. Hat die Bank auch auf die Risiken, z.B. das Insolvenzrisiko des Emittenten hingewiesen, dass Zertifikate nicht dem Schutz des Anlagen Sicherungsfonds unterliegen ? Hat sie die Provisionen, die sie vom Emittenten bekommt offengelegt ?

Viele Banken haben im letzten Jahr mit ihrem eigenen Vermögen so katastrophal gewirtschaftet, dass sie pleite sind und vom Staat gerettet werden müssen. Diese Finanzkrise hat sich bereits zur neuen Weltwirtschaftskrise entwickelt mit hohen Umsatz und Produktionsrückgängen. Sicher wurde auch Ihr Depot in Mitleidenschaft gezogen. Etwa 50.000 Milliarden Dollar an Vermögenswerten wurden innerhalb des letzten Jahres an den Börsen weltweit vernichtet.

Die Welt braucht ein neues Finanzsystem haben die G 20 Länder festgestellt. Anleger brauchen unabhängige Beratung. Innovative Finanzprodukte, mit denen die Welt überschwemmt wurde, und mit denen die Banken spekuliert haben, sind hoch komplex, undurchsichtig und oft unverständlich. Wohl nur deshalb konnte man damit spekulieren, weil die wenigsten Käufer dieser Produktpakete wussten was da drin war in der sog. Black Box.

Unabhängige Beratung setzt voraus,

- Kenntnis von Finanzprodukten aus juristischer und ökonomischer Sicht
- Verständnis wirtschaftlicher, juristischer und ökonomischer Zusammenhänge
- klare Trennung der Interessen zwischen Anleger und Bank/Vermögensverwalter
- Vertrauensverhältnis zwischen Anleger und Berater
- Professionalität und Verschwiegenheit

Der Auftraggeber allein muss Gegenstand und Umfang der Beratung bestimmen. Keine versteckten Provisionen oder Rückvergütungen. Die Vergütung für die Beratung erfolgt ausschließlich vom Auftraggeber. Nur so kann eine unabhängige Beratung funktionieren.

Aufgabenstellung und Zielsetzung eines unabhängigen Vermögensberaters sind:

- Prüfung der Vertragswerke zwischen Bank/Vermögensverwalter und Kunde
- Prüfung von Anlagedepots nach festgelegten Anlagezielen und Anlagehorizonten
- Aufdecken und Beseitigen von Risiken (Beispiel: Emittentenrisiko)
- Prüfung und Optimierung der Anlageprodukte unter Berücksichtigung von Börsenwellen und Konjunkturzyklen (Timing)

Wenn Banken, Fonds und Vermögensverwalter eine solch unabhängige Beratung nicht gerne sehen, dann haben sie etwas zu verbergen. Andere werden dieses Beratungsangebot ihren Kunden empfehlen, um verlorenes Vertrauen wieder herzustellen und um ihre eigenen Produkte auf den Prüfstand zu stellen. Eine Drittberatung mag mitunter aufdecken, warum in der Vergangenheit manches nicht gut gelaufen ist. Sie richtet sich dennoch nicht gegen Banken und Vermögensverwalter sondern soll in Kooperation mit Bank und Vermögensverwalter des Kunden dazu dienen, Anlageergebnisse zu verbessern. Unternehmen bedienen sich ja schließlich auch zu Haufe externer Unternehmensberater, um ihre Ergebnise zu verbessern.

Beispiel Produktauswahl: Wussten Sie, dass die meisten aktiv gemanagten Aktienfonds eine schlechtere Performance aufweisen als der Index, den Sie abbilden ? Für diese schlechte Leistung verlangen die Fonds Gebühren zwischen 1 und 2 % jährlich. Lösung: Exchange Traded Funds sog. EFTs, sie bilden den Index ab, kosten nur 0,1 – 0,3 % und sind täglich, ja stündlich an der Börse handelbar auch mit Stop Loss. Hat Sie Ihre Bank darüber beraten ?

Beispiel Timing: Wer meint, Börse habe nichts mit Wirtschaft zu tun irrt ebenso wie derjenige irrt, der meint, Wirtschaft und Börse laufen gleich. Börsen nehmen wirtschaftliche Entwicklungen 6 bis 9 Monate vorweg. Politiker und EZB Banker sollten also mehr auf die Börsen schauen, damit sie bei einer sich abzeichnenden Rezession schneller gegensteuern können. Leider hat die EZB im Juli 2008, als die Börsen schon taumelten, die Leitzinsen nochmals erhöht statt sie drastisch herabzusetzen und den Abschwung dadurch noch verstärkt.

Vermögensmanagement nach einseitigen Strategien mag kurzfristig Erfolg haben. Wichtig für Kapitalanleger ist aber der nachhaltige Erfolg. Dabei sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen wie Unternehmensgewinne und alternative Anlagemöglichkeiten als Fundamentaldaten, Marktinformationen von Wirtschaftsforschungsinstituten und Konjunkturzyklen (Beispiel: IFO Konjunkturuhr), Statistiken und Charts als Trendindikatoren und Stimmungsdaten als Sentimentindikatoren und letztendlich das Verhalten der Marktteilnehmer selbst, insbesondere der institutionellen Anleger, die 50 % des Marktvolumens ausmachen. Wer als Privatanleger gegen sie antritt kann nicht gewinnen.

Wenn Ihre Bank oder Ihr Vermögensverwalter das alles berücksichtigt hat, dann müssten Sie eigentlich ganz gut dastehen mit ihrem Anlageerfolg und auch die Turbulenzen des Jahres 2008 unbeschadet oder sogar mit Gewinn überstanden haben.

Wenn nicht, wenn Sie sich zu der Verlierern oder gar zu den betrogenen zählen, dann haben Sie sicher Beratungsbedarf. Jede Krise bietet eine neue Chance.